Gesundheitsvorsorge

Unsere Zucht wurde durch das zuständige Veterinäramt Meißen kontrolliert und abgenommen. Dadurch haben wir die Erlaubnis nach §11 TschG Bengalen halten und züchten zu dürfen.

Unsere Bengalen werden von der Tierarztpraxis Claudia Wendisch in Gröditz regelmäßig untersucht und gegen Katzenschnupfen/-seuche und Leukose geimpft.

Weiterhin wird bei unseren Damen und Herren HCM, PKD und Leber Ultraschalluntersuchungen, sowie Augenuntersuchungen durchgeführt. Diese Untersuchungen finden im Diagnostikzentrum für Kleintiere, der tiermedizinischen Klinik in Dresden statt. Auf HCM werden sie jährlich geschallt, PKD und die Leber werden einmal nach Zysten untersucht und die Augen werden jährlich oder aller zwei Jahre kontrolliert.

An Gentests lassen wir Pra-b, Pkdef, sowie die Blutgruppe testen.

Weiterhin wird jedes Jahr der Kot unserer Bengalen auf Giardien und Trichomonaden untersucht.

Es folgt eine Information über jede Untersuchung bzw. Krankheit:

Blutgruppe:Das Wissen über die Blutgruppe der Katzen ist überlebenswichtig in der Katzenzucht. Es gibt der Blutgruppen A, B und AB. Die Blutgruppe A ist am häufigsten , dann folgt B und sehr selten ist AB. Die Blutgruppen werden in einem dominant-rezessiven Erbgang weitergegeben. Hierbei ist A dominant gegenüber B und AB. AB ist rezessiv gegenüber A und dominant gegenüber B. B ist demzufolge gegenüber A und AB rezessiv. Ein Kitten erhält immer von beiden Elternteilen die Erbinformation. Dadurch erhalten wir dann die Reinerbigkeit A/A, AB/AB und B/B oder die Mischerbigkeit A/B, A/AB, B/AB. Bei der Katzenzucht muss man die Blutunverträglichkeit im Auge behalten. Bei den verschiedenen Blutgruppen sind die Zelloberflächen der roten Blutkörperchen unterschiedlich. Bei einer Vermischung der Blutgruppen kommt es zu einer Verklumpung oder Auflösung der Blutkörperchen, da der Körper Antikörper gegen die jeweils anderen Blutgruppen produziert. In der Katzenzucht sollte eine Katze mit der Blutgruppe B nur mit einem Kater der Blutgruppe B verpaart werden, da es mit allen anderen Blutgruppen zu einer Unverträglichkeit bei den Kitten kommen kann. Man nennt diese Unverträglichkeit Fading Kitten Syndrom oder auch Feline Neonatale Isoerythrolyse. Wenn also eine Katze mit der Blutgruppe B Kitten bekommt mit der Blutgruppe A, kann es zur Zerstörung der Blutkörperchen der Kitten, durch die Antikörper der Mutter kommen. Die Kitten haben die verschiedensten Symptome. Es kann zum Absterben einiger Körperbereiche bis zum Tod des Kitten kommen. Ob es aber überhaupt zu Problemen bei der Verpaarung kommt ist abhängig von der Konzentration der Allontikörper der Mutter.

FeLV: Diese Krankheit wird durch das Feline Leukämie Virus hervorgerufen. Ausgeschieden wird es über den Speichel, das Nasensekret und über den Urin. Eine hohe Gefahr der Ansteckung ist bei Bissverletzungen gegeben, sowie beim gemeinsamen Fressen aus einem Fressnapf. Erkrankte Katzen sterben meistens an einer Anämie (Blutarmut), seltener an Leukämie (Blutkrebs) oder Tumoren. Bei FeLV kommt es zu einer Verminderung der Abwehrzellen im Blut, dies begünstigt die Ausbreitung harmloser Krankheiten, wie Bindehaut- und Zahnfleischentzündungen. Gegen FeLV gibt es eine Impfung. Diese ist vorallem bei Freigängern sinnvoll. FeLV wird über einen Schnelltest in der Tierarztpraxis untersucht. Dafür braucht man nur ein paar Tropfen Blut. Bei einem positiven Ergebnis, wird eine Blutprobe zur Bestätigung des Ergebnisses in ein Labor geschickt.

FIV: FIV oder auch KatzenAIDS wird durch das Feline Immundefizienz- Virus verursacht. Meistens sind ältere Katzen davon betroffen. Es wird wie FeLV über den Speichel ausgeschieden. Das Virus zerstört das Immunsystem und die Katze ist für einfache Krankheiten wesentlich anfälliger. Häufige Anzeichen für das Vorliegen von FIV sind Zahnfleischentzündungen, schlecht heilende Wunden und eine chronische Erkrankung der Blase. Gegen FIV gibt es keine Impfung.

Katzenschnupfen: Der Katzenschnupfenkomplex ist eine Erkrankung der oberen Atemwege. Er kann akut oder chronisch verlaufen. Betroffen sind vorallem junge, alte und immunsupprimierte Katzen. Die klinischen Symptome sind in der Regel ein Ergebnis des Zusammentreffens von verschiedenen Faktoren. Es können aber auch einzelne Erreger diese Erkrankung verursachen. Dazu gehören unter anderem das Feline Herpesvirus oder das Feline Calicivirus. Weitere Primärerreger können Chlamydien, Mykoplasmen und Bordetellen sein. In der Regel setzen sich dann weitere Bakterien(Pasteurellen, Escherichia coli, Streptokokken, Staphylokokken, Pseudomonaden) noch mit drauf, als Sekundärerreger. Nach einem überstandenen Katzenschnupfen bleiben die Katzen meistens noch über Wochen bis Jahre Überträger dieser Krankheit. Je nach Virus entwickeln sich unterschiedliche Symptome. In der Regel sind es Augen- und Nasenausfluss. Nachweisen lassen sich die Viren im Labor mittels PCR über einen Nasen- oder Augenabstrich. Der Nachweis der Bakterien erfolgt auch über ein Labor mittels bakteriologischer Anzüchtung. Sinnvoll ist die Erstellung eines Resistogramms, damit man weiß welches Antibiotika wirkt. Gegen Katzenschnupfen gibt es eine Impfung. Aber vorsicht bei der Impfung. Katzen können trotzdem an Katzenschnupfen erkranken, da die Impfung nur die wichtigsten Erreger des Katzenschnupfens abdeckt.

Katzenseuche: Die Katzenseuche wird durch das Feline Parvovirus verursacht. Die Übertragung kann durch direkten Kontakt mit dem Virus oder eines Virusträgers, sowie indirekt über z.B. Gegenstände erfolgen. Das Virus ist in der Außenwelt über Monate infektiös. Anstecken können sich Katzen jeden Alters. Am meisten betroffen sind aber Katzen unter zwei Jahren. Während Jungkatzen sehr starke Symptome haben, läuft es bei älteren Tieren eher mild ab. Der Virus schädigt Körperzellen im Bereich des Darmes, lymphatischen Gewebes und der Organe. Am Anfang hat die Katze hohes Fieber, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit und Niedergeschlagenheit. Es folgen Dehydration, Temperatursturz, Kollaps und der Tod. Das Virus wird mittels einer PCR im Labor nachgewiesen. Man benötigt dafür Kot oder Blut der Katze. Gegen Katzenseuche gibt es eine Impfung.

Giardien: Giardien zählen mit zu den Einzellern. Die Verbreitung der Giardien erfolgt von Tier zu Tier über den Kot. Gefährdet sind vorallem Freigänger. Giardien nisten sich im Dünndarm ein und ernähren sich vom Darminhalt. Sie schädigen die Darmschleimhaut, da sie sich an der Darmwand festsaugen. Die Parasiten durchlaufen zwei Stadien, die Wachstumsphase und das Stadium der Zyste. Die Zyste kommt dann mit dem Kot in die Außenwelt und die nächste Katze kann sich damit anstecken. In der Außenwelt sind die Zysten im Kot 3-4 Wochen infektiös. Giardien verursachen einen akuten oder chronischen Verlauf mit Durchfall, welcher teilweise gelblich, schleimig ist und auch Blut beinhalten kann. Weiterhin stinkt er grausam. Den Katzen selber geht es in der Regel sehr gut, können aber trotz normalen Appetit stark abnehmen. Besonders betroffen sind junge, alte und immunsupprimierte Katzen. Erwachsene Katzen mit einem fitten Immunsystem können auch ohne Symptome Giardien beherbergen und somit andere Katzen anstecken. Für den Nachweis von Giardien benötigt man eine Kotprobe über mehrere Tage. Zu beachten ist hierbei, dass die Zysten erst 2 bis 3 Tage nach Durchfallbeginn ausgeschieden werden. In der Tierarztpraxis selber kann man einen Schnelltest machen lassen, auch unter dem Mikroskop kann man Giardien sehen. Die sicherer Variante ist aber der Nachweis mittels PCR in einem Labor. Die Behandlung von Giardien erfolgt erstmal über Fenbendazol (Panacur), wenn dies nicht hilft nimmt man Metronidazol. Weiterhin sollte man eine Diät mit Futter ohne Kohlenhydrate einhalten und den Darm aufbauen. Ganz wichtig ist die Umgebungshygiene. Schlafstätten, Transportboxen, Katzenklo`s, Futternäpfe, … sollten täglich gereinigt werden. Giardien sterben erst ab einer Temperatur von 70°C. Zur Desinfektion benötigt man spezielle Desinfektionsmittel, Sagrotan oder Domestos reichen da nicht aus.

Trichomonaden: Tritrichomonas foetus gehören wie die Giardien zu den Protozoen und verursachen auch Durchfall. Weiterhin können sie auch eine Fehlgeburt auslösen. Trichomonaden vermehren sich durch Längsteilung. Sie besiedeln den Dickdarm und führen zu längeren, hartnäckigen Durchfall. Der Kot ist fast flüssig, schleimig und kann mit Blut durchsetzt sein, weiterhin stinkt er extrem.Betroffen sind am meisten junge Katzen unter 12 Monaten. Außer dem Durchfall zeigt die Katze keine weiteren Symptome. Erwachsene Katzen können symptomlose Träger sein. Die Diagnose der Trichomonaden kann einerseits über eine sehr frische Kotprobe mit einem Mikroskop oder über eine mehrtägige Kotprobe mittels PCR im Labor erfolgen. Die Behandlung von Trichomonaden erfolgt über Ronidazol und eine Diät mit Futter ohne Kohlenhydrate. Auch hier ist die Hygiene wie bei den Giardien sehr wichtig. Eine Besonderheit bei Trichomonaden ist, dass sie nach ca. 2 Jahren absterben und bei der Katze nicht mehr nachweisbar sind.

PKD: PKD ist die Abkürzung für die polyzystische Nierenerkrankung der Katze. Bei dieser Erkrankung zeigen sich im Ultraschall einen Millimeter bis mehrere Zentimeter große Bläschen, welche mit Urin gefüllt sind.Im Endstadium hat die Katze eine meistens beidseitig auftretende Zystenniere. Es kann bei betroffenen Katzen auch zu Zysten in der Leber und der Bauchspeicheldrüse auftreten. Im Spätstadium der Erkrankung entwickelt sich eine chronische Nierenerkrankung mit Appetitlosigkeit, vermehrten Durst und Harnabsatz, sowie zu einer Gewichtsabnahme. Die Zysten können meistens schon ab der 6. bis 8. Lebenswoche per Ultraschall nachgewiesen werden. Die Erkrankung entwickelt sich allmählich. In einem Alter von acht Monaten kann man zu 91 Prozent eine PKD ausschließen. Eine Therapie der Erkrankung gibt es nicht, man kann nur die Symptome behandeln. Die PKD ist eine autosomal-dominant vererbte Erkrankung. Das heißt, wenn bei deiden Elternteilen keine PKD festgestellt wurde, können auch die Kitten nicht an PKD erkranken.

HCM: Die hyperthrophe Kardiomyopathie ist die häufigste Herzerkrankung der Katze. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer Verdickung des Herzmuskels. Dadurch kann das Herz sich nicht mehr richtig mit Blut füllen. Der Körper wird mit weniger Blut versorgt und es kommt zu einem Rückstau in den Lungenkreislauf. Im Spätstadium kommt es zu einer Wasseransammlung in der Lunge oder der Brusthöhle und damit zu einer Atemnot. Selten kommt es zu einer Kreislaufschwäche oder zu Ohnmachtsanfällen. Die Katze wird erst mit Medikamenten behandelt, wenn Symptome auftreten. Die HCM kann eine erworbene Erkrankung sein oder aber auch eine vererbte Erkrankung. Bei den Bengalen konnte eine Vererbung noch nicht festgestellt werden. Aber bei anderen Katzenrassen wurden schon Gentests entwickelt. Symptome der HCM sind eine höhere Atemfrequenz bis hin zu Atemschwierigkeiten, Sattelthrombosen. Mit der Zeit entwickelt sich auch ein Herzgeräusch, einen Galopprythmus oder einen erhöhten Herzschlag. Die HCM entdeckt man dann durch einen Herzschall. Meistens beginnen klinische Symptome zwischen 2 und 4 Jahren. Wenn jüngere Tiere erkranken sind meistens schon die Eltern an HCM erkrankt. HCM selbst ist nicht heilbar.

Pk-def: Bei der Pyruvatkinase Defizienz fehlt den roten Blutkörperchen das Enzym Pyruvat-Kinase, welches für die Energiegewinnung der Erythrozyten wichtig ist. Aufgrund einer beeinträchtigten Glykolyse in den Erythrozyten ist ihre Lebensdauer stark verkürzt, wodurch eine chronische, regenerative hämolytische Anämie hervorgerufen wird. Der PK-Mangel wird rezessiv vererbt. Das heißt, eine Erkrankung ist nur möglich, wenn ein Tier zwei mutierte (krank) Gene trägt, also PK/PK. Ein Tier kann also nur an Pyruvatkinase-Defizienz erkranken, wenn es sowohl vom Vater- als auch Muttertier das kranke PK-Gen geerbt hat. Tiere, die von einem Elternteil das mutierte (N/PK) und vom anderen Elternteil das normale Gen (N/N) vererbt bekamen, bleiben symptomlos, d. h. sie erkranken nicht, können das kranke Gen aber weitervererben. Sie werden als Träger oder Carrier bezeichnet. Es gibt leider keine spezifische Therapie für PK-Defizienz. Die klinischen Symptome treten in der Regel ab 6 Monaten bis spätestens 5 Jahren auf. Über einen Gentest kann PK-Defizienz getestet werden. Für den Test benötigt man entweder Blut oder einem Mundschleimhautabstrich.

Augenuntersuchung: Bei der Augenuntersuchung wird nach verschiedenen amgeborenen Augenerkrankungen geschaut. Die Augen der Katze wird erst im normalen Zustand begutachtete, dann bekommt sie Augentropfen zur Pupillenerweiterung und es wird nochmal untersucht. Die Untersuchung erfolgt einmal durch eine Spaltlampe. Mit dieser kann man Veränderungen im Auge ganz genau lokalisieren. Durch die Pupillenerweiterung kann man die Linse, welche hinter der Iris liegt, vollständig untersuchen. Dann folgt die Ophthalmoskopie. Dabei wird der Augenhintergrund untersucht und man kann die Netzhaut und den Sehnervenkopf beurteilen. Dies erfolgt über eine Lichtquelle und einer speziellen Linse. Es werden auf verschiedene erbliche und vermutlich erbliche Erkrankungen der Augen untersucht:

  1. Retinaldegeneration (PRA): Die progressive Retinaatrophie betrifft die Netzhaut, des Auges. Hierbei unterscheidet man die Zapfen für das Tagsehen und die Stäbchen für das Nachtsehen. Die PRA beginnt mit dem langsamen Absterben der Stäbchen; im weiteren Verlauf degenerieren auch die Zapfen. Demnach verlieren die Katzen zuerst ihre Sehfähigkeit im Dunkeln und anschliessend auch die Fähigkeit, bei Tageslicht zu sehen. Die PRA führt in allen Fällen zur totalen Erblindung beider Augen. Dies tritt erst ab einem bestimmten Lebensalter auf. Für Bengalen gibt es neben der Augenuntersuchung noch einen Gentest PRA-b. Wie bei der PKdef müssen zur Erkrankung und damit zur Erblindung zwei kranke Gene vorhanden sein. Wenn nur ein krankes Gen vorhanden ist, ist die Katze zwar Träger des Defektes wird aber nie erkranken. Wichtig ist dies aber für die Zucht der Tiere, da es weiter vererbt werden kann und mit einer Verpaarung eines anderen Trägertieres würden wir kranke Kitten erhalten.
  2. Katarakt: Katarakt ist der sogenannte Graue Star. Dies ist eine Eintrübung der Linse. Die Linsentrübung kann sehr klein sein und die Katze gar nicht beeinträchtigten, aber sie kann auch die gesamte Linse betreffen und damit zu deutlichen Seheinschränkungen oder sogar zur Blindheit führen. Zweiteres ist am Häufigsten. Der Katarakt wird meistens vererbt. Er kann aber auch erworben werden, z. B. Als Folge eines Diabetes mellitus oder nach Entzündungen und Verletzungen. Die einzige wirksame Behandlung des Katarkt ist eine Operation. In jener wird die eingetrübte Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt. Die Katze kann sofort nach der Operation wieder sehen.
  3. Membrana Pupillaris Persistens (MPP): Bei dieser Erkrankung findet man fadenartige oder flächige Reste der embryonalen Gefäßversorgung von der Iris und der Linse. Normalerweise werden diese zwischen der 2. und 4. Lebenswoche vollständig zurückgebildet. Bei einer ausgeprägten Rückbildungsstörung findet man Gewebereste, welche von der Iris zur Linse oder von der Iris zur Hornhaut ziehen und dort jeweils eine Trübung verursachen. Bei grossflächigen Trübungen der Linse und der Hornhaut kann es zu einer starken Sehbehinderung kommen. Eine Therapie erfolgt nur bei sehr starker Sehbehinderung.
  4. Persistierende hyperpla. Tunica vasculosa lentis/ primärer Glaskörper (PHTVL/ PHPV): Der persistierende hyperplastische primäre Glaskörper ist ein von der Embryonalentwicklung übriggebliebene, nicht zurückgebildeter primärer Glaskörper. Dadurch das er nicht zurückgebildet wurde, ist der Glaskörper nun sehr überdimensional. Bei der persistierenden hyperplastischen Tunica vasculosa lentis ist das zur Linsenentwickung nötige Blutgefässgeflecht fehlerhaft oder gar nicht erst zurückgebildet wurden. Diese Veränderungen des Auges liegen von Geburt an vor und können somit sehr zeitig entdeckt werden. Eine Operation ist möglich aber sehr gefährlich, da mit starken Einblutungen im Auge gerechnet werden muss. Durch diese Fehlbildung hat die Katze Sehschwierigkeiten.
  5. Hypoplasie/ Mikropapille: Die Hypoplasie selber ist eine Unterentwicklung eines Organs oder Gewebes und die daraus resultierende fehlerhafte Funktion. Es gibt die Papillenhypoplasie. Hier ist der Sehnervenkopf unterentwickelt. Der Papillendurchmesser vermindert sich auf weniger als die Hälfte der Größe von einer normalen Papille. Durch das Fehlen von Nervenfasern im Sehnerv ist die Katze blind. Bei den Mikropapillen liegt eine abnormale kleine Sehnervenscheibe vor. Die Mikropapille ist manchmal schwer von der Hypoplasie zu unterscheiden. Hier ist aber die Sehfähigkeit erhalten oder kaum beeinträchtigt.
  6. Kammerwinkelanomalie: Der Kammerwinkel ist eine Struktur, welche Hornhaut und Iris in der vorderen Augenkammer bilden. Durch ihn fließt das Kammerwasser. Bei krankhaften Veränderungen kann es zu einer Abflussstörung mit einem Augeninnendrucksteigerung und somit zur Ausbildung eines Glaukoms (grünen Star) kommen. Degenerative Erkrankungen sind das pathologische Korrelat für das chronische Offenwinkelglaukom. Ein Glaukom ist eine sehr schmerzhafte Erkrankung und je früher sie erkannt wird desto besser sind die Heilungschancen.
  7. Entropium/ Trichiasis: Bei einem Entropium rollt sich der freie Lidrand von Unterlid oder Oberlid teilweise oder über die gesamte Länge nach innen. Es tritt nur sehr selten bei Katzen auf. Das erbliche Entropium kann sich in den ersten Lebensmonaten bis -jahren entwickeln. Ein Entropium führt zu tränenden Augen, Schmerzhaftigkeit mit Zukneifen und Blinzeln, Bindehaut- und Hornhautentzündung. Eine Trichiasis ist die Bezeichnung für Haare, die zwar an dem richtigen Ort wachsen aber durch eine Fehlstellung eine Irritation des Auges hervorrufen.
  8. Ektropium/ Makroblepharon: Das Ektropium kommt sehr selten bei Katzen vor. Es ist eine partielle oder totale Auswärtsrollung des Unterlids. Das Oberlid ist nur sehr selten betroffen. Durch die Auswärtsdrehung können die Ausführungsöffnungen der Drüse des Lidrandes und die Bindehaut des Unterlids eingesehen werden. Das Ektropium, sowie das Entropium müssen operativ entfernt werden. Unter Makroblepharon versteht man eine zu grosse Lidspalte. Dies kann zu einer Lidfehlstellung oder zu einem schlechten Schutz des Auges führen. Auch hier kommt nur eine Operation als Therapie in Frage.
  9. Distichiasis/ ektopische Zilien: Distichiasis, so bezeichnet man Haare, welche aus den Ausführungsgänge der Lidranddrüsen wachsen. Ektopische Zilien, so bezeichnet man Haare, die durch die Innenseite des Lides herauswachsen und damit senkrecht zur Hornhaut stehen. Diese Haare führen sehr schnell zu schmerzhaften Ulzerationen der Hornhaut. Distichiasis und ektopische Zilien treten bei Katzen sehr selten auf.
  10. Korneadystrophie: Dies ist eine Erkrankung der Hornhaut. Diese ist durch die Ablagerung von Kristallen gekennzeichnet. Sie kann vererbt werden oder erworben werden. Die Dystrophie bildet sich dann durch erhöhte Blutfette bzw. Calciumwerte aus oder treten im Rahmen anderer Hornhautentzündungen auf. Die Kristalle sind nicht auflösbar, deshalb muss die Grundursache abgestellt werden.
  11. Linsenluxation: Bei einer Linsenluxation ist die Linse aus ihrer Verankerung gelöst ist und entweder nach hinten in den Glaskörper oder nach vorne in die vordere Augenkammer verlagert. Hat dieser Prozess nur teilweise stattgefunden, dann nennt man es Subluxation. Eine Luxation in der vorderen Augenkammer führt häufig zum Anstieg des Augeninnendrucks.

 






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